Offener Brief von „Ingolstadt ist bunt!“



Unsere Redaktion erreichte ein offener Brief zu Corona-Spaziergängen in Ingolstadt.

„Liebe Ingolstädterinnen und Ingolstädter,

mit Unverständnis, Sorge und immer größerem Entsetzen beobachten wir die wiederholten „Corona-Spaziergänge“ durch Ingolstadt und viele weitere Städte. Seit vielen Monaten befinden wir uns in einer Pandemie und seit Kurzem spitzt sich die Situation zu wie nie zuvor. Die Krankenhäuser arbeiten am Limit und die Belastung der Pflegekräfte ist an einer Grenze, die für die gesamte Gesellschaft bedrohlich und anteilig bereits überschritten ist.



Ausgerechnet in dieser Zeit gehen einige der Ingolstädter Mitbürgerinnen und Mitbürger auf die Straße und tragen damit erst recht zur Verbreitung des Virus bei. Zu den „Spaziergängen“ rufen auch rechtsextreme Kräfte aus und haben jüngst in Reichertshofen dabei auch Flugblätter verteilt.



Jetzt hat gerade ein neues Jahr begonnen. Im Angesicht der Omikron-Welle befinden wir uns weiterhin in einem Zustand mit zahlreichen Einschränkungen. Wir sehen, dass bei den Spaziergängen, die eine Umgehung des geltenden Versammlungsrechts darstellen, zum größten Teil nicht auf Abstände und dann auch nicht auf das Tragen von Masken geachtet wird. Damit werden sehenden Auges Gefährdungspotentiale für Infektionen in Kauf genommen. Häufig werden bei den Spaziergängen auch Kinder und sogar Kleinkinder mitgenommen. Die unbestreitbaren Gefahren der Pandemie werden dadurch verharmlost, verneint, verleugnet.



Wir sind sauer, wir sind wütend und wir wollen das nicht länger hinnehmen! Wir fordern die Spaziergänger auf, dieses weitere Befeuern und Verharmlosen der Pandemie zu unterlassen. Es gelten Regeln und die gelten für alle. Wenn eine Versammlung momentan nur unter Auflagen erlaubt ist, dann gilt das für alle. Diese Ungleichbehandlung erzeugt Frust, Unverständnis und stößt alle diejenigen vor den Kopf, die sich seit Monaten an die Einschränkungen halten.



Wir tun es nicht gerne, aber wir tragen die temporären Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus aus Verantwortungsgefühl unseren Mitmenschen gegenüber mit und im Vertrauen darauf, dass die von der Wissenschaft empfohlenen und von der Politik beschlossenen Maßnahmen notwendig sind, um noch viel größeren Schaden abzuwenden.



Ebenso vertrauen wir darauf, dass diese Maßnahmen auch von den zuständigen Politikern und Institutionen der Stadt durchgesetzt und wie versprochen sofort wieder aufgehoben werden, sobald es gesundheitlich vertretbar ist.



Lasst Ingolstadt nicht zum Abenteuerspielplatz der Rechtsextremen und Coronaleugnenden werden! Wir akzeptieren nicht, dass dadurch das Image der Stadt in Mitleidenschaft gezogen wird. Wir wollen, dass weiterhin Reisende und Studierende aus aller Welt gerne hierherkommen und unserer Gastronomie sowie den Hotels, der Kultur und der Wirtschaft wichtige Einnahmen bescheren.



Wie in so vielen Städten wird auch hier ein Bild vermittelt, das das verantwortungsvolle Verhalten von Vielen nicht widerspiegelt. Die Ignoranz einer Minderheit sorgt für ein Bild, welches dem Verantwortungsbewusstsein einer großen Mehrheit nicht gerecht wird. Das darf nicht sein! Wir sind, gemeinsam mit den anderen Städten in Deutschland, eine offene, freie, bunte Stadt und das wollen wir auch bleiben.



Wenn Sie sich in den Aussagen des Folgenden wiederfinden, bitten wir um Ihre Unterstützung und Unterschrift. Lassen Sie uns gemeinsam ein Zeichen für ein solidarisches und verantwortungsvolles Handeln setzen. Du möchtest diesen offenen Brief mit deinem Verein, deiner Institution oder als Privatperson gerne unterzeichnen? Dann schreibe eine Nachricht mit deinem Namen und Betreff „Offener Brief“ an die E-Mailadresse
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.. Hinweis: Die Unterschriftenliste wird veröffentlicht.“