Gegen Gänsekot am Baggersee


 
Am Baggersee wird ein 1.200 Meter langer Zaun angebracht, damit die Graugänse nicht zu den Liegewiesen laufen.

(ir) Zuletzt hat die Zahl der am Baggersee nistenden und äsenden Graugänse deutlich zugenommen. An sich wäre dies noch kein Problem, würden die Wasservögel nicht große Mengen von Kot auf den Liegewiesen, den Stegen und im Wasser hinterlassen.

Die Vögel halten sich in der Regel von etwa Mitte-Ende März bis Ende Juli am Baggersee auf, und damit bis weit in die Badesaison hinein. Der Aufenthalt der Erholungssuchenden beim Baden ist massiv beeinträchtigt, da die Hinterlassenschaften der Tiere dicht an dicht eine Nutzung der Liegewiesen und Stege unmöglich machen.



Mit verstärkter Reinigung ist dem Thema ebenso wenig beizukommen wie mit erhöhter Jagdtätigkeit. Die Schonfrist für die Graugans lässt eine Bejagung in diesen Zeiten erst gar nicht zu.

Deshalb soll nun eine partielle Abzäunung im Uferbereich in Nähe der Wasserlinie Abhilfe schaffen. Anderorts verzeichnet man damit nachweisbare Erfolge. Der zirka 60 Zentimeter hohe Zaun wird von den Gänsen als Hindernis auf dem Weg vom Wasser ans Land empfunden – Fliegen können sie mit ihrem Nachwuchs nämlich nicht. Der Zaun, so die Erfahrung aus anderen Orten, veranlasst die Gänse andere Stellen aufzusuchen, wo sie ungehindert vom Wasser ans Ufer kommen können, um zu äsen.

Der Zaun wird beginnend beim Wasserspielplatz Donauwurm über die Bereiche um den Y-Steg bis hin zu den Beachvolleyballplätzen auf einer Länge von etwa 1,2 Kilometer entlang der attraktivsten Badebereiche des Baggersees errichtet.



Hinweisschilder weisen auf den Zweck des Zauns hin und klären zudem darüber auf, dass das Füttern der Vögel nach wie vor strikt verboten ist. Das unzulässige Füttern ist auch mit dafür verantwortlich, dass die Population der Graugans am See so stark angewachsen ist. Es ist zudem schädlich für die Tiere und verändert ihr natürliches Fressverhalten.

Die betroffenen Naturschutzverbände sowie der Kreisfischereiverein wurden im Vorfeld über die Maßnahme informiert. Die Bevölkerung wird gebeten, den Zaun nicht zu beschädigen oder zu entfernen.

Noch ist unklar, wie lange der Zaun insgesamt stehen bleiben wird. Spätestens mit Beginn der Badesaison bei entsprechend passendem Wetter wäre er für einen ungehinderten Zugang zum Wasser im Weg. Bis es soweit ist, hat sich die Mehrzahl der Gänse dann hoffentlich aufgrund des Zauns andere Nist- und Weidemöglichkeiten erschlossen, so dass weder Gänsekot noch Zaun dem Badevergnügen am Baggersee in diesem Sommer entgegenstehen.