Computeraffiner Ingenieur fällt auf angebliche Microsoft-Mitarbeiterin herein


 
Am vergangenen Wochenende erbeuteten Betrüger mit einer bekannten Masche wieder 300 Euro. 

(ir) Eine 69-jährige Frau aus Kelheim erhielt am vergangenen Freitag und Samstag von einer englischsprachigen Frau Anrufe, die sich als Microsoft-Mitarbeiterin vorstellte. Aufgrund sprachlicher Barrieren wurde die Angerufene von ihrem Neffen unterstützt. Nachdem ihr Neffe schließlich über mehrere Stunden mit der vermeintlichen Microsoft-Mitarbeiterin telefonierte, überzeugte sie ihn, Steam-Gutscheinkarten im Wert von 300 Euro zu übermitteln.



Der Neffe, ein 47-jähriger computeraffiner Ingenieur aus dem Landkreis Kelheim, gab im Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter der Polizei an, wie schwer es sei, diese professionelle Betrugsmasche zu durchschauen. Die Betrüger verfügen über ein ausgesprochen detailliertes Fachwissen und schaffen es so, ihre Opfer in eine vermeintliche Zwangslage zu schicken. In diesem Fall wäre ein Microsoft-Office Code gehackt worden. Der Fehler müsse schnell behoben werden, aber dafür wäre eine sofortige Zahlung erforderlich. Nachdem die Betrüger diese Forderung über ein stundenlanges Telefonat vorbereitet hatten, übermittelte der 47-Jährige schließlich die Gutschein-Codes. Erst einige Minuten nach dem Telefonat stellte sich die Erkenntnis ein, dass er hier einem Betrug aufgelaufen sein könnte.

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In diesem Zusammenhang mahnt die Polizei zu besonderer Vorsicht. Derartige Betrugsmaschen kommen immer wieder in leicht abgeänderter Form vor und stellen die anvisierten Opfer regelmäßig vor große Schwierigkeiten. Darum rät die Polizei, grundsätzlich keine Bezahlungen, in welcher Form auch immer, telefonisch vorzunehmen. Insbesondere die Übermittlung von Gutscheincodes wird von den Betrügern als präferierte Bezahlmethode gewählt, da sich die Codes schnell und unauffällig verwerten lassen. Sollten Sie aufgrund eines solchen Anrufs Bedenken bezüglich der Sicherheit ihres Computers haben, wenden Sie sich bitte an Fachpersonal. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (kurz BSI) hält ebenso wie der Internetauftritt der bayerischen Polizei einige Hinweise und Tipps parat, um sich vor derartigen Betrügereien zu schützen und zeigt auf, was zu tun ist, wenn man auf den Betrug hereingefallen ist.