Bronzestatuette bei der Mittagsvisite


 
Bei der Mittagsvisite am 15. Januar 2019 wird eine Statue vorgezeigt, die einen Arzt beim Abhören der Lunge einer Frau zeigt.

(ir) In der Mittagsvisite am Dienstag, 15. Januar 2019 um 12:30 Uhr im Deutschen Medizinhistorischen Museum stellt Dr. Alois Unterkircher ein Objekt an der Schnittstelle von Kunst- und Medizingeschichte vor: eine gut 100 Jahre alte Bronzestatuette.



Um 1900 fertigte der Wiener Bildhauer Carl Kauba (1865-1922) die Gussform für diese Kleinplastik aus Bronze an, die einen (älteren) Arzt beim Abhören der Lunge einer (jungen) Frau zeigt. Kauba war einer der bedeutendsten Künstler der Wiener Bronzefabrikation der Jahrhundertwende, wobei dessen bevorzugte Motive eigentlich die damals sehr beliebten „Indianerdarstellungen“ waren.

Anzeige


Das Medizinhistorische Museum hat die handwerklich hervorragend gearbeitete Statuette vor kurzem für die Sammlung erworben, weil sie zwei interessante Aspekte veranschaulicht: Zum einen zeigt sie eines der wichtigsten Diagnoseverfahren der Medizin des 19. Jahrhunderts, nämlich die „Auskultation“, also das Abhören mit Hilfe eines Stethoskops. Zu anderen lässt sich an der Skulptur die Problematik des Entblößens des weiblichen Oberkörpers im Rahmen einer körperlichen Untersuchung durch den männlichen Arzt thematisieren. In der Mittagsvisite geht Unterkircher auf beide Bedeutungsebenen ein.

Im Kunsthandel wurde diese Statuette übrigens unter dem – wohl nicht von Kauba selbst gewählten – Titel „Kerngesund“ angeboten. Treffpunkt ist vor dem Sonderausstellungsraum. Beginn ist um 12:30 Uhr und die Mittagsvisite dauert 30 Minuten. Der Eintritt ist frei.