Neuer Kernspintomograph im Klinikum angekommen



Patienten mit Erkrankungen von Gehirn und Rückenmark werden von dem neuen Magnetresonanztomographen im Klinikum Ingolstadt besonders profitieren. Mit dem Gerät soll in Kooperation mit der Technischen Hochschule Ingolstadt und dem Hersteller geforscht werden.

(ir) Das Klinikum Ingolstadt hat am heutigen Freitag eines der modernsten und besonders leistungsstarken Geräte für die Magnetresonanztomographie (MRT) erhalten. Der neue Kernspintomograph ist besonders geeignet für die neuroradiologische Diagnostik, die sich mit dem Nervensystem des Menschen beschäftigt. „Damit können wir Patientinnen und Patienten mit einem Schlaganfall, bei Verdacht auf einen Gehirntumor oder auf Demenz schneller und genauer als bisher untersuchen. Das ist bei diesen Erkrankungen von großer Bedeutung, da sie beim Patienten besondere Ängste auslösen und die präzisere Diagnose eine zielgerichtetere Behandlung erleichtert. So sind wir zum Beispiel besser in der Lage festzustellen, um welche Art von Gehirntumor es sich handelt“, erklärt Dr. Hendrik Janssen, Direktor des Instituts für Neuroradiologie am Klinikum Ingolstadt.



„Der Bedarf an hochauflösenden Bildern für die Diagnostik wächst. Mit dem neuen Gerät bieten wir in der Onkologie, aber längst nicht nur dort, die technisch optimale Bildgebung an. Damit können Patientinnen und Patienten der Region auch bei komplexen Krankheitsbildern eine umfassende Diagnostik und Behandlung in Wohnortnähe erhalten“, sagt Dr. Andreas Tiete, Geschäftsführer für Medizin, Pflege und Informationstechnologie sowie Ärztlicher Direktor am Klinikum Ingolstadt.



„Ich freue mich, dass wir mit einer Investition von etwas mehr als zwei Millionen Euro für das Gerät und die Umbauten die Patientenversorgung deutlich verbessern. 1,5 Millionen entfallen allein auf die Anschaffung des MRT. Die Inbetriebnahme ist für Oktober geplant“, erklärt Jochen Bocklet, Geschäftsführer Finanzen und Infrastruktur, Personal und Berufsbildungszentrum Gesundheit.



Mit dem zusätzlichen 3 Tesla-Gerät kann das Klinikum Ingolstadt künftig Untersuchungen an zwei verschiedenen Geräten anbieten. In Tesla wird die Stärke des Magnetfelds angegeben. Neben der neuroradiologischen Diagnostik ist das 3 Tesla-Gerät auch zu Untersuchungen der Prostata hervorragend geeignet wie zum Beispiel zur Diagnostik von Prostatakarzinomen. Das bereits vorhandene 1,5 Tesla-Gerät hat besondere Stärken in der immer wichtiger werdenden Herzbildgebung und der Darstellung der Bauchorgane.



Künstliche Intelligenz hilft diesem MRT-Gerät bei Untersuchungen genauere Bilder des Gehirns zu liefern. „Bei dieser Technologie erwarten wir in Zukunft weitere Qualitätsgewinne für Diagnose und medizinische Behandlung. In Kooperation mit der Technischen Hochschule Ingolstadt und dem Hersteller wollen wir dafür auch einen Forschungsbeitrag liefern“, erläutert Tiete. Ziel ist es mit Reihen von Bildsequenzen nicht nur einen statischen Zustand, sondern auch biologische Prozesse abzubilden, die bisher verborgen bleiben. Das Klinikum fördert anwendungsbezogene Forschung in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen in Form von Professuren an der Technischen Hochschule Ingolstadt.



„Allein der Magnet des neuen MRT-Geräts wiegt rund acht Tonnen. Ein solches Großgerät in ein Krankenhaus bei laufendem Betrieb einzubauen, ist eine besondere Herausforderung. Leider war es um wenige Zentimeter zu groß für unsere Eingangstür. Deswegen haben wir neben dem Haupteingang einen Teil der Fassade und eine Innenwand demontiert, um das Gerät an seinen Platz zu ziehen und zu schieben“, erläutert Andrea Bugl, Leiterin Bau und Technik im Klinikum Ingolstadt.