Wer telefoniert gerne? Mit Gesprächen gegen die Einsamkeit



Malteser richten Telefonbesuchsdienst ein – Ehrenamtliche gesucht – Förderung vom Bund.

(ir) Die Menschen in Deutschland werden immer älter – und leben immer häufiger allein. Vor allem bei Älteren über 80 Jahren besteht ein deutlich höheres Risiko einer sozialen Isolation. Dieser Situation treten die Malteser im Bistum Eichstätt nun mit der Einrichtung eines Telefonbesuchsdienstes für den Bereich Eichstätt/Ingolstadt entgegen.



„Der Telefonbesuchsdienst ist ein ehrenamtlich getragenes Angebot für gesprächsbedürftige Menschen, die nicht von den Ehrenamtlichen unserer anderen Besuchs- und Begleitdienste besucht werden möchten oder können“, erklärt Christina Derr. Die 38-Jährige ist seit Anfang Oktober beim Malteser Hilfsdienst als zuständige Projektreferentin beschäftigt. Das Projekt „Miteinander-Füreinander – Kontakt und Gemeinschaft im Alter“ läuft zunächst bis zum Jahr 2024 und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert.



Und so funktioniert der Telefonbesuchsdienst: Ehrenamtliche, die in Gesprächsführung ausgebildet werden, rufen regelmäßig zu fest vereinbarten Terminen an. Die angerufenen Menschen haben die Möglichkeit, über ihre täglichen Freuden und Sorgen zu sprechen oder einfach aus ihrer Lebensgeschichte zu erzählen. So können sie durch den Kontakt Anteil am gesellschaftlichen Leben nehmen. Das Angebot ist unabhängig von Alter, Geschlecht und ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit. Die Gespräche sind natürlich absolut vertraulich – und für die Begleiteten kostenfrei.



„Der Schutz vor Einsamkeit im hohen Alter ist relevant wie nie zuvor, das hat uns nicht zuletzt die Corona-Pandemie vor Augen geführt“, betont Malteser-Diözesangeschäftsführer Christian Alberter. „Als große ehrenamtliche Hilfsorganisation kennen die Malteser die Lebenssituation alter und hochaltriger Menschen. Wir haben viel Erfahrung darin, die Hilfsbereitschaft von Ehrenamtlichen so zu organisieren, dass dieses bürgerschaftliche Engagement gezielt und nachhaltig hilft.“



Projektreferentin Christina Derr hat bereits einige ehrenamtliche Helfer für den Telefonbesuchsdienst gewinnen können, sucht aber noch weitere engagierte Menschen. Was für die Mitarbeit wichtig ist, erklärt sie wie folgt: „Im Vordergrund steht dabei die menschliche Nähe und damit das Ziel, ein verlässlicher und zuhörender Gesprächspartner zu sein. Die Ehrenamtlichen vermitteln Freundlichkeit und Zuversicht, zeigen Verständnis und Mitgefühl. So entsteht eine vertrauensvolle Beziehung, die die betreuten Menschen stützt und ermutigt.“



Zur Vorbereitung auf ihren Dienst erhalten die Ehrenamtlichen eine Schulung. Für Ingolstadt und Eichstätt findet diese Schulung am Samstag, 19. Dezember 2020 von 9:00 Uhr bis 16:45 Uhr in der Diözesangeschäftsstelle der Malteser, Bahnhofplatz 18 in 85072 Eichstätt, statt. Wer Interesse am Telefonbesuchsdienst hat und angerufen werden möchte oder sich für die Schulung und damit zum ehrenamtlichen Engagement anmelden will, kann sich direkt an Christina Derr wenden: Telefonnummer (01 75) 6 34 77 15 und E-Mail christina.derr3@malteser.org.