Ist das Wasser keimfrei?


 
Legionellen-Untersuchungspflicht in öffentlichen und gewerblichen Gebäuden. Der Fachbereich Gesundheitswesen im Eichstätter Landratsamt informiert.

(ir) Betreiber oder Inhaber beziehungsweise Unternehmer von Trinkwassererwärmungsanlagen sind nach dem Infektionsschutzgesetz in Verbindung mit der Trinkwasserverordnung verpflichtet, auf einen regelkonformen Betrieb der Anlagen zu achten und gesetzlich vorgeschriebene Untersuchungen in festgelegten Abständen durchführen zu lassen. Damit soll einem Legionellen-Befall zuverlässig vorgebeugt werden. Wie das Sachgebiet Gesundheitswesen im Landratsamt Eichstätt mitteilt, stellen die Hygienekontrolleure bei den stichpunktartigen Kontrollen im Landkreis leider immer wieder fest, dass in den öffentlichen und den gewerblich-öffentlichen Einrichtungen keine oder nicht ausreichende Trinkwasseranalysen bezüglich der Legionellen durchgeführt werden.



„Werden fehlende Analysen festgestellt, so sind wir leider gezwungen, mindestens ein Ordnungswidrigkeitsverfahren mit Bußgeld einzuleiten. Wird im Erkrankungsfall ermittelt, so kann dies auch strafrechtlich verfolgt werden“, erläutert Hygienekontrolleur Jürgen Nerb, der zusammen mit seinen Kollegen auf vorbeugende Information setzt. Legionellen zählen zu den gefährlichsten Keimen im Trinkwasser. Die beweglichen, winzig kleinen Stäbchenbakterien sind weltweit natürlicher Bestandteil des Süßwassers, auch des Grundwassers – allerdings nur in kleinen Mengen. Das tückische ist allerdings: Die Mikroorganismen können sich explosionsartig unter günstigen Bedingungen vermehren.

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Die Ansteckungsgefahr ist groß, wenn das stark mit Keimen belastete Wasser zerstäubt wird. Legionellen werden nicht etwa beim Trinken in den Körper aufgenommen, sondern beim Duschen oder an Armaturen über Wasserdampf eingeatmet. Die Bakterien können dann die gefährliche Legionärskrankheit auslösen, so das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.