Große Verantwortung für Kirchenstiftungen


 
Katholische Kita Ingolstadt gGmbH betreut fünf weitere Kindertageseinrichtungen.

(ir) „Ich sehe nur Vorteile, keine Nachteile“, mit diesen Worten kommentiert der Eichstätter Oberbürgermeister Andreas Steppberger den Trägerwechsel von fünf Kindertageseinrichtungen aus dem Bistum Eichstätt zur Katholischen Kindertageseinrichtungen Ingolstadt gemeinnützige GmbH (Kita gGmbH). Seit Neujahr 2019 werden das Kinderhaus der Dompfarrei in Eichstätt, der Schutzengelkindergarten in Hepberg sowie die drei katholischen Kindertageseinrichtungen in Greding, die Kinderkrippe St. Martin, der Kindergarten St. Martin und der Schülerhort Sonnenblume, von der Kita gGmbH geführt. Deren alleiniger Gesellschafter ist die Diözese Eichstätt.

Der Grund für den Trägerwechsel von den einzelnen Kirchenstiftungen zur Kita gGmbH sei leicht zu erklären, meint Pfarrer Josef Heigl aus Hepberg. „Es war einfach nicht mehr zu leisten“. In den vergangenen Jahren hätten sich die Vorgaben des Arbeitsmarktes, die Qualitätsbestimmungen für die Kindertageseinrichtungen und der Fachkräftemangel derart verschärft, dass ehrenamtliche Vorstände kaum mehr in der Lage gewesen seien, alle Vorgaben zu kennen. Das Tagesgeschäft habe zudem immer schnellere Entscheidungen gefordert, meint Kirchenpfleger Wolfgang Steidl von der Dompfarrei. „Mit ein paar Sitzungen im Jahr war die Einrichtung nicht mehr vernünftig zu leiten.“ Angesichts der großen Summen in den Haushaltsplänen stellten sich viele Priester und Ehrenamtliche zudem die Frage: „Wer soll und kann am Ende dafür geradestehen?“



Mit dem Übergang zur Kita gGmbH übernimmt nun die Kita-Geschäftsstelle in der Bergbräustraße in Ingolstadt alle Verwaltungsarbeiten für die Kindertageseinrichtungen. Sie besitzt damit reichhaltige Erfahrung, denn sie besteht seit 2013 und betreut nun 28 Kindertageseinrichtungen aus dem Bistum. Ordinariatsrat Rainer Kastl bestätigt den großen Zuspruch, den die Katholische Kita gGmbH innerhalb der Diözese findet. „Sie entstand vor sechs Jahren, weil die Kirche ihrer Mitverantwortung um die Erziehung der Kinder in professioneller und seriöser Weise nachkommen will“, sagte er bei der Feierstunde zum Trägerwechsel. Kleine Einheiten gehörten künftig der Vergangenheit an, denn sie könnten angesichts des Konkurrenzdrucks nicht auf Dauer betriebswirtschaftlich arbeiten.

„Das Wichtigste an der neuen Struktur ist, dass die religiöse Verantwortung nicht verloren geht“, bekräftigt Dompfarrer Josef Blomenhofer. „Künftig komme ich als Seelsorger in das Kinderhaus und nicht als Vorgesetzter. Dann kann ich Fragen zum Glauben und nicht zum Dienstvertrag beantworten.“ Der Geschäftsführer der Kita gGmbH, Markus Schweizer, betont die fundamentale Bedeutung dieser kirchlichen Ausrichtung. „Im Übergabevertrag ist es ein eigener Punkt. Wir wollen, dass die Pfarreien ihren besonderen seelsorgerischen Auftrag in ihren ehemaligen Kindertageseinrichtungen weiterhin wahrnehmen.“

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Für die fünf Kita-Leiterinnen bedeutet der Trägerwechsel eine Umstellung. „Ich gebe zu, dass ich anfangs skeptisch war“, meint Eleonora Graf, Leiterin des Kindergartens in Hepberg. Sie war in den vergangenen 25 Jahren alleinverantwortlich für die Einrichtung. Nun gibt sie vieles ab. „Ich freue mich darauf, dass vieles leichter wird.“ Die Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Petra Nölp, sieht im Trägerwechsel gerade für die Erzieherinnen und Erzieher viele Vorteile. „Der kollegiale Austausch in der Kita gGmbH ist enorm.“ Es gäbe verschiedene Arbeitskreise, in die sich nicht nur die Leitungen, sondern auch Gruppenmitarbeiter und Auszubildende einbringen könnten. Auf diese intensivere Vernetzung mit Kollegen freuen sich alle fünf Kindergartenleiterinnen.

Mit einem Glas Sekt und einem festlichen Essen im Bischöflichen Priesterseminar begingen 21 Vertreterinnen und Vertreter aus den jeweiligen Kirchenstiftungen, Kommunen und Einrichtungen sowie der Kita gGmbH den Trägerwechsel. „Wir wollen gemeinsam in eine gute Zukunft gehen“, bekräftigt Geschäftsführer Markus Schweizer, „um Kitaplätze zu erhalten, die Qualität zu steigern und das Ehrenamt zu entlasten.“

Das Foto zeigt Ordinariatsrat Rainer Kastl, MAV-Vorsitzende Petra Nölp, Irmgard Biedermann, Ralph Malke, Johanna Küffner, Geschäftsführer Markus Schweizer, Bernd Brenner, Daniela Leibl, Melinda Graf, Oberbürgermeister Andreas Steppberger, Martina Bittl, Wolfgang Steidl, Dompfarrer Josef Blomenhofer, Hubert Steiner, Pfarrer Josef Heigl, Eleonora Graf, Leo Mittermüller, Nicole Brenner und Bürgermeister Albin Steiner.