Heute Warnstreik bei der Stadtbus Ingolstadt im Ingolstädter ÖPNV

Heute Warnstreik bei der Stadtbus Ingolstadt im Ingolstädter ÖPNV



Der Regionaler Busverkehr und Bahnen fahren wie gewohnt.

(ir) Die Gewerkschaften ver.di und NahVG haben für den heutigen Dienstag, 29. September 2020, bundesweit Warnstreiks im ÖPNV angekündigt. Mit Schreiben der NahVG vom gestrigen Montagvormittag wurde bekannt gegeben, dass auch die INVG-Tochter Stadtbus Ingolstadt/SBI ab Dienstagfrüh bestreikt werden wird. Die INVG rechnet daher im gesamten Stadtgebiet Ingolstadt und in den Gemeinden Gaimersheim, Lenting, Kösching, Hepberg, Stammham und Großmehring mit massiven Einschränkungen und Ausfällen von Fahrten.



Die Bahnen und die privaten Busunternehmen wie RBA, Stempfl und Spangler im VGI-Gebiet sind bislang vom Streikaufruf nicht betroffen und werden den gewohnten Fahrplan erfüllen. Dies bedeutet, dass der regionale Busverkehr im gesamten VGI-Gebiet voraussichtlich ohne Einschränkungen fahren kann.



Alle Fahrgäste im Stadtgebiet und in den genannten sechs Gemeinden werden gebeten, sich auf erhebliche Einschränkungen im ÖPNV einzustellen und vorrangig die Bahnen und die privaten Busunternehmen zu nutzen. Wenn möglich, ist es gerade auch morgen sinnvoll, mit dem Fahrrad zu fahren oder zu Fuß unterwegs zu sein.



INVG-Geschäftsführer Robert Frank: „Die Kolleginnen und Kollegen im Fahrdienst verdienen eine faire Bezahlung und verfügen selbstverständlich über das grundgesetzlich geschützte Streikrecht. Der für morgen angekündigte Warnstreik im ÖPNV kommt jedoch zur Unzeit, da wir inmitten der COVID-19 Pandemie mehr statt weniger Busse für unsere Fahrgäste brauchen.“






Beerdigungstermin steht fest

Beerdigungstermin steht fest



Der verstorbene Pfarrer Anton Hirschbeck wird am Mittwoch beerdigt.

(pde) Der Pfarrer im Ruhestand Anton Hirschbeck ist am Freitag, 25. September 2020 im Alter von 80 Jahren verstorben. Hirschbeck wurde 1939 im schwäbischen Gosheim geboren. Am 29. Juni 1966 empfing er vom damaligen Bischof Joseph Schröffer die Priesterweihe im Eichstätter Dom. Nach Kaplansjahren in Burgoberbach, Roth und Deining kam er 1974 zunächst als Kurat, ab 1977 als erste Pfarrer der neu errichteten Pfarrei Mutter vom Guten Rat nach Nürnberg-Moorenbrunn.



1991 wechselte er nach Greding und Heimbach, 2002 kam noch Röckenhofen hinzu. 2009 trat Anton Hirschbeck in den Ruhestand, den er in seinem Heimatdorf in Gosheim verbrachte.

Die Begräbnisfeier findet am Mittwoch, 30. September 2020 in Gosheim statt. Sie beginnt um 14:30 Uhr mit dem Requiem in der Pfarrkirche Mariä Geburt, anschließend erfolgt die Beisetzung auf dem Friedhof.






Tausch-Kreis trifft sich wieder

Tausch-Kreis trifft sich wieder



In Pfaffenhofen kommt der dortigen Tausch-Kreis wieder zusammen.

(ir) Der Tausch-Kreis-PAF hält sein nächstes monatliches Treffen wieder in Pfaffenhofen ab und lädt dazu alle interessierten Bürgerinnen und Bürger am Mittwoch, 14. Oktober 2020 um 19:30 Uhr in den Großen Sitzungssaal im Landratsamt Pfaffenhofen, Hauptplatz 22 ein. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich, allerdings ist beim Betreten des Landratsamts eine Selbstauskunft abzugeben.



Die Formulare hierzu werden am Empfang ausgegeben. Das Organisationsteam wird an diesem Abend wieder Fragen zur Mitgliedschaft, zur Angebotserstellung und zum Ablauf eines Tauschgeschäftes in der Praxis beantworten. Anwesende Mitglieder können ihre Tauscherfahrungen weitergeben, neue Interessentinnen und Interessenten sich vorstellen und wer mag, kann an dem Abend auch gleich Mitglied werden.



Zudem wird im Rahmen eines kleinen Vortrages der in Pfaffenhofen neu gegründete Verein „von DAHOAM e.V.“ von der Vorsitzenden des Vereins, Patricia Kufer vorgestellt.



Der Tausch-Kreis-PAF ist eine neue Form organisierter Nachbarschaftshilfe. Aktuell werden „Begegnungen mit Pferden“ und Äpfel zum Selberpflücken angeboten, gesucht werden Bilderrahmen in verschiedenen Ausführungen.



Der Tausch-Kreis-PAF ist trotz seiner mittlerweile knapp hundert Mitglieder selbstverständlich für weitere Mitglieder offen. Je mehr Bürgerinnen und Bürger sich daran beteiligen, umso mehr Tauschideen und Tauschgeschäfte können möglich gemacht werden.



Bei Fragen steht Uschi Schlosser von der KOBE jederzeit gerne unter der Telefonnummer (0 84 41) 27-3 95 oder per E-Mail an info@tausch-kreis-paf.de zur Verfügung.






Doktorarbeiten zu Jüdischem Leben im Alten Reich

Doktorarbeiten zu Jüdischem Leben im Alten Reich



Akteure in vielschichtigen Machtverhältnissen.

(upd) Beim Blick auf die deutsch-jüdische Geschichte im 17. und 18. Jahrhundert fällt auf, dass jüdische Gemeinden nicht gleichmäßig im damaligen Reich verteilt waren, sondern sich auf einzelne Kernregionen konzentrierten. Welche Rahmenbedingungen führten zu dieser Siedlungstradition und wie gestaltete die jüdische Minderheit diese aktiv mit? Einen umfassenden Erklärungsansatz dafür entwickeln will das Projekt „Fraktalität und die Dynamik jüdischer Lebensformen im Süden des Alten Reichs im 17. und 18. Jahrhundert“ unter Leitung der Historikerin Prof. Sabine Ullmann von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) und ihrer Kollegin Prof. Michaela Schmölz-Häberlein von der Universität Bamberg.



Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt das dreijährige Vorhaben, an dem eine Doktorandin und zwei Doktoranden beteiligt sind, mit fast 530.000 Euro. Ullmann hat an der KU die Professur für Vergleichende Landesgeschichte und Geschichte der Frühen Neuzeit inne, Schmölz-Häberlein lehrt an der Universität Bamberg als Außerplanmäßige Professorin am Lehrstuhl für Neuere Geschichte unter Einbeziehung der Landesgeschichte. Sie leitet zudem ein eigenes DFG-Projekt zu christlich-jüdischer Kooperation, ebenfalls an der Eichstätter Professur für Vergleichende Landesgeschichte und Geschichte der Frühen Neuzeit.



Seit dem Mittelalter konnten sich Juden gegen Bezahlung unter den Schutz des jeweils vor Ort herrschenden Fürsten stellen lassen. Dieses Judenregal war dabei nicht nur eine Einnahmequelle, um die Territorien miteinander konkurrierten: „Die Ansiedlung und Besteuerung von Juden konnte zu einer politischen Statusfrage aufgeladen und im Streit um Hoheitsrechte entsprechend instrumentalisiert werden“, erklärt Professorin Ullmann. Doch Juden seien nicht nur Objekte konkurrierender Herrschaftsansprüche gewesen, sondern hätten ihre eigene Migration selbst beeinflusst und zum Teil Vertreibungsversuche abgewehrt. Wie sie dabei agierten und sich in diesen kleinteiligen Herrschaftsverhältnissen bewegten, will das Projekt am Beispiel fränkischer Gebiete untersuchen.



Aus einer Fülle an Informationen zu Einzelpersonen, die sich etwa in Gerichtsprotokollen, Lehenbriefbüchern oder Ratsprotokollen finden, arbeiten die Beteiligten an einer Datenbank, mit der sich dann gemeinsame Muster der Akteure als Personenkreis identifizieren lassen. Die entsprechenden Quellen finden sich unter anderem in Staats- und Stadtarchiven in Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen und Österreich. Bislang sind bereits über 7000 Personen in der Datenbank erfasst, für die das Team mit der Akademie der Wissenschaften in Mainz kooperiert.



Die Durchmischung von religiösen Räumen ist typisch für die damaligen fränkischen Herrschaftsgebiete: Die nördlich und östlich angrenzenden Gebiete der sächsischen Herzogtümer waren überwiegend protestantisch, im Süden und Osten dagegen waren die Territorien katholisch dominiert. „Hier gilt es zu untersuchen, inwiefern die ständigen Interaktionen von Vertretern unterschiedlicher Herrschaften und verschiedener Religionsgruppen die Lebensformen und Praktiken der jüdischen Minderheit beeinflussten – und wie Juden dabei auch selbst Territorien mitprägten“, so Ullmann. Denn ein Territorium sei nicht als abstrakte Norm gegeben gewesen, sondern erst durch soziale beziehungsweise politische Praktiken in einem Prozess entstanden. Die räumliche Zuordnung von Herrschaftsansprüchen, die sich zum Teil überschnitten hätten, sei „ausgefranst“ gewesen.



Eines der Untersuchungsgebiete bildet die fränkische Stadt Fürth, die damals im süddeutschen Raum die bedeutendste jüdische Siedlungsstätte war. Um das Jahr 1750 waren ca. 500 jüdische Familien am damaligen Marktflecken ansässig, an deren Spitze eine reiche jüdische Oberschicht stand. Die Fürther Juden konnten dementsprechend auch eine starke gemeinderechtliche Position erringen: Sie partizipierten nicht nur an gemeindlichen Besitzungen (Allmenden), sondern konnten auch zwei Deputierte in die Gemeindeversammlung entsenden. Trotz dieser herausgehobenen Stellung fehlt bislang eine moderne sozialgeschichtliche Untersuchung zu Fürth, die nun die Doktorandin Franziska Strobel zum Ziel hat.



Sie erklärt: „Fürth selbst spiegelt exemplarisch die Vielschichtigkeit obrigkeitlicher Verhältnisse wider, mit denen Juden sich auseinandersetzen mussten: Die Reichsstadt Nürnberg, die Markgrafschaft Brandenburg-Ansbach sowie die Dompropstei Bamberg übten dort Herrschaft aus.“ Welchen Einfluss hatte die fraktale Staatlichkeit des Kondominats Fürth auf Ansiedlung und Lebensbedingungen der Fürther Juden? Wie und in welcher Weise beeinflusste diese die Interaktionen zwischen den beiden Religionsgruppen?



Erforscht wird im Rahmen des Projektes außerdem die jüdische Gemeinde der Herrschaft Mitwitz im fränkisch-thüringischen Raum. Dieser Ort bestand zwar aus einem größtenteils evangelischen Untertanenverband, die adelige Herrschaft war jedoch um 1700 wieder katholisch geworden. Neben dieser besonderen konfessionellen Konstellation machen Netzwerke der Juden über die Region hinaus die Forschung lohnenswert: „Die kleinräumige Herrschaft Mitwitz bot für die dort ansässigen Juden als Kaufleute und Viehhändler keine ausreichende Erwerbsgrundlage, weshalb geschäftliche Verbindungen in die benachbarten Territorien notwendig und alltäglich waren. Der Aktionsradius der jüdischen Kaufleute erstreckte sich von Meiningen und Coburg nach Bamberg und Würzburg und umfasste dabei eine Reihe politischer wie religiöser Herrschaftsräume“, schildert Doktorand Christian Porzelt. Dabei sei unter anderem zu klären, wie diese Netzwerke zustande gekommen seien und wie sie die Regionen geprägt hätten.



Ein drittes Teilprojekt untersucht, wie der Judenschutz in Franken vom Deutschen Orden praktiziert wurde. Dessen Ordensgebiet im süddeutschen Raum war ebenfalls verteilt auf viele Exklaven mit unterschiedlicher Souveränität Auch die Ballei Franken des Ordens war somit – wie die anderen beiden Untersuchungsgebiete – von Kleinteiligkeit und überlappenden Herrschaftsstrukturen geprägt. Doktorand Maximilian Grimm will dabei unter anderem die obrigkeitlichen Entscheidungsstrukturen, die vielfach durch Aushandlungsprozesse zwischen Schutzjuden und Amtleuten geprägt waren, untersuchen. Erstmals soll so die Judenpolitik eines Herrschaftsgebietes unter dem Fokus der administrativen Verfahren rekonstruiert werden, die rund um die Gewährung von Judenschutz abliefen: Wie organisierte eine geistliche Herrschaft unter den infrastrukturellen Bedingungen der Frühen Neuzeit die Gewährung von befristeten Aufenthaltsgenehmigungen? Auch in diesem Projekt spielen die Netzwerke, die dabei im Hintergrund wirkten, eine entscheidende Rolle.

Das Foto zeigt das „Projektteam Fraktalität“: Die beiden Projektleiterinnen Prof. Sabine Ullmann (KU) und Prof. Michaela Schmölz-Häberlein (Universität Bamberg/KU; hintere Reihe von links) mit Maximilian Grimm, Franziska Strobel und Christian Porzelt (von links), die zur verschiedenen Teilgebieten des Projektthemas promovieren.






Schüler aus Quarantäne entlassen

Schüler aus Quarantäne entlassen



Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen sind bisher 427 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Davon gelten 398 als genesen.

(ir) Seit Schulbeginn sind im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen an sechs Landkreisschulen sowie einem Kindergarten Coronavirus-Infektionen gemeldet worden. Bis auf einzelne Schüler, deren Zweitergebnis noch nicht vorliegt, sind alle Schüler, die als Kontaktperson der ersten Kategorie galten, negativ getestet und aus der Quarantäne entlassen worden.



Im Kindergarten St. Peter in Neuburg befinden sich Kinder aus zwei Gruppen noch bis Donnerstag, 1. Oktober 2020 in Quarantäne. Auch dort waren die Testergebnisse der Kontaktpersonen negativ. Aufgrund der Corona-Fälle in diesen Einrichtungen und der Testung der Kontaktpersonen vermeldet das Gesundheitsamt ein erhöhtes Testaufkommen. Allein im Zeitraum zwischen Samstag, 19. September und Freitag, 25. September 2020 hat das Gesundheitsamt über 390 Testungen vorgenommen.



Derzeit sind im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen elf Personen mit dem Coronavirus infiziert. Stand Montag, 28. September 2020 um 14:00 Uhr. Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie haben sich insgesamt 427 Personen mit dem Coronavirus infiziert, davon gelten 398 als bereits genesen. 18 Patienten, die an COVID-19 erkrankt waren, sind verstorben.






Süßkartoffelanbau an der Rohrmühle zwischen Oberhaunstadt und Etting

Süßkartoffelanbau an der Rohrmühle zwischen Oberhaunstadt und Etting



Ein Landwirt aus Kösching baut in Ingolstadt Süßkartoffeln an.

Von Helmut Schlittenlohr

(hs) Auf dem Rad -und Fahrweg von Oberhaunstadt nach Etting kommt man nach der Durchführung der ICE-Strecke mit Blick auf die Industriehallen von Audi zur Rohrmühle, die dem Ortsteil Etting angehört. Dort betreibt Landwirt Max Ampferl sen. im Vollerwerb die Landwirtschaft und baut hauptsächlich Weizen und Zuckerrüben auf seinen Feldern an. Viele Radfahrer und Spaziergänger, die auf diesem idyllischem Weg entlang des Haustädter Bach unterwegs sind, haben sich aber schon länger über eine dortige seltsame Ackerbepflanzung gewundert.



Darum hat der Landwirt Ampferl schon vor Monaten eine Tafel aufgestellt mit „Was wächst denn hier? Hier wachsen unsere Süßkartoffeln“. Sei Sohn Max Ampferl jun., mit 29 Jahren der älteste der drei Söhne der Ampferl, wohnt mit auf dem elterlichen Hof seines Vaters in Kösching, zusammen mit seiner Oma. Er probiert nun schon seit drei Jahren, ob auch in unserer Region Süßkartoffeln auf unseren heimischen Böden ertragreich wachsen können.



In Weihenstephan hat der Hobbybauer seinen Master für Agrarmanagement abgelegt und die Grundlagen des Ackerbaus gelernt. Auf den Feldern seines Vaters Max rund um die Rohrmühle möchte er sich mit diesem Trendgemüse einen heimischen Absatzmarkt aufbauen. Doch das ist schwierig, wie er schon mit dem Anbau von Artischocken feststellen konnte, die er ebenso schon seit drei Jahren immer auf dem gleichen Platz neben dem Anwesen anbaut.



Da muss er feststellen, „die dekorativen Blüten gehen bestens weg, aber für die Frucht selbst muss erst noch der Bedarf wachsen“. Nun sollen die Süßkartoffeln auf seinen 5.000 Quadratmeter großen Feld besseren Absatz finden. Bereits im Mai hat der Jungbauer mit seinen vielen Helfern mit dem Pflanzen begonnen, die 2.000 von Spezialunternehmen gelieferten Setzlinge mussten einzeln mit der Hand gepflanzt werden.



Noch gibt es dazu keine Pflanzmaschine, die Ampferls sind jedoch schon länger damit beschäftigt, in Eigenbau eine solche zu erstellen. Zwischen jede einzelnen Ackerfurche wurde bei der Bepflanzung eine Bewässerungsschleife installiert. Angebaut wurden heuer zwei Sorten Süßkartoffeln, die orange fleischfarbige Beauregard und lilafarbige Sakura. Doch auch nach dem Setzen war die weitere Bearbeitung mühselig, die Unkrautbekämpfung musste mit der Handhacke gemacht werden.



Ein zugelassenes Pflanzenschutzmittel gibt es noch nicht für die Süßkartoffel, die zu der Familie der Windengewächse gehört. Derzeit wird nun mit der Ernte begonnen. Jetzt wird jede fleißige Hand gebraucht, Eltern, Geschwister, Freunde, alle helfen zusammen. Max Ampferl sen. pflügt jede Furche einzeln um und sofort sammeln alle Helfer die Süßkartoffeln einzeln ein. Dabei wird jede Frucht sorgsam behandelt und die Erde entfernt, denn seine dünne Oberfläche muss für eine längere Lagerung unbeschädigt bleiben.



In einem klimatisierten Raum auf dem Hof können sie dann bis zu einem Jahr gut gelagert werden. Der Ertrag jeder Pflanze ist sehr unterschiedlich, aus den 3 bis 5 Speicherwurzeln, die beim Wachsen entstanden sind, können sich große und sehr kleine oder auch gar keine Früchte entwickelt haben. Die beste Ausbeute liegt dabei zwischen 100 Gramm und einem Kilo einer Süßkartoffel.



Max Ampferl jun. ist mit der diesjährigen Ernte zufrieden, „weil das Klima passte und es nicht zu kalt war, bei Temperaturen unter10° Celsius ist das Wachstum stark eingeschränkt und bei Frost sterben die Pflanzen ab“. Die Ampferls haben für die Direktvermarkung nun vor ihrem Feld an der Rohrmühle ein neues Holzhaus errichtet, bei dem sich jeder Konsument die geernteten Süßkartoffeln gegen Bezahlung mitnehmen kann. Auch in der Gastronomie wollen die Produzenten Fuß fassen und setzen dabei gezielt ihre Werbung ein. Schwierig dürfte dagegen weiterhin die Belieferung an Wiederverkäufer sein, „denn zu Preisen die die Erzeuger aus Holland, Spanien oder auch aus Israel liefern, können wir nicht mithalten“.



Doch für Max Ampferl jun. ist der Anbau von Artischocken und Süßkartoffeln ohnehin nur ein zweites Standbein. Er ist hauptberuflich in einer Softwarefirma im Außendienst beschäftigt und verdient da hauptsächlich sein Brot. Jedes Jahr muss das Feld gewechselt werden, im nächsten Jahr wird er somit auf einem anderen Feld wieder seine Süßkartoffeln anbauen. Ampferl jun. möchte ganz bewusst Regionalität fördern und setzt darauf, dass auch viele ihre Essgewohnheiten ändern und er dann mit seinen Süßkartoffeln und Artischocken im Trend ist. Denn für die Ampferls steht nicht die Massenerzeugung im Vordergrund, „für uns ist der Umgang mit dem Boden das allerwichtigste“, argumentieren beide unisono.






Caritas-Markt: Für Menschen und Dinge

Caritas-Markt: Für Menschen und Dinge



Seit 20 Jahren am Carl-Benz-Ring: der Caritas-Markt in Gaimersheim.

(ir) „Wohin mit dem ganzen Zeug?“ - Viele stellen sich diese Frage, wenn sie einen Haushalt auflösen müssen oder die eigene Wohnung entrümpeln wollen. Manches ist zu schade zum Wegwerfen, anderes nur noch für den Sperrmüll. Seit 20 Jahren gibt es am Stadtrand von Ingolstadt dafür eine Adresse: der Caritas-Markt am Carl-Benz-Ring in Gaimersheim.



„Ich kenne keinen anderen Gebrauchtwarenladen, der wie wir auch eine Entsorgungsstelle dabeihat“, sagt Marktleiter Alois Bortenhauser. „Diese Kombination ist glücklich, weil wir auch Sachen annehmen können, die nicht mehr für den Kauf geeignet sind“. Das ist wichtig, denn der Caritas-Markt funktioniert über Sachspenden. „Es gibt Menschen, die ihre Dinge möglichst schnell loswerden wollen, aber andere entscheiden sich bewusst dafür, sie der Caritas zu spenden“, erklärt Bortenhauser.



Rund 4.000 Tonnen verwertet der Caritas-Markt im Jahr. Der größte Teil davon ist Sperrmüll, Holz, Papier, Schrott oder Elektroaltgeräte, die für die Stadt Ingolstadt professionell entsorgt werden. Doch rund 500 Tonnen davon kehren zurück in den Alltag. Das sind Möbel, Elektrogeräte, Teppiche, Kleidung, Spielsachen, Haushaltswaren und vieles mehr.



„Alles, was ich brauche, finde ich hier“, sagt eine Kundin. Sie stöbert gerne. Eine andere kommt fast täglich: „Ich bin Rentnerin und habe nur eine kleine Wohnung.“ Für sie bedeutet der Markt Abwechslung, Unterhaltung und Geld sparen. „Hier kostet es weniger als im Westparkt“, meint sie. Gleichzeitig schätzt sie Vasen und findet so manches Schätzchen in den Regalen. „Wenn ich was Schönes gefunden habe, dann ist für mich der Tag gut gelaufen.“



Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritas-Marktes und Wertstoffhofs freuen sich, dass sie mithelfen können, damit Dinge nicht weggeworfen oder wiederverwertet werden. Eine zweite Chance bekommen, das passt auch zu ihrer Erwerbsbiografie. Im vergangenen Jahr bot der Betrieb über 250 Langzeitarbeitslosen, psychisch Kranken, Menschen aus den Caritas-Wohnheimen oder Verurteilten, die ihre Geldstrafe als Sozialdienst ableisten, für die Dauer ihrer Maßnahme einen Arbeitsplatz. „Darin sehe ich unsere Hauptaufgabe“, sagt Bortenhauser. „Menschen eine sinnstiftende Beschäftigung zu geben, die zu ihnen passt - auch das ist Nachhaltigkeit.“



Es ist erstaunlich, wie viele Arbeitsmöglichkeiten auf dem Gelände vom Caritas-Team inzwischen geschaffen wurden: Während es bei der Anlieferungsstelle laut und hektisch zugeht, herrscht im Buchladen Ruhe und Stille. Dort prüft jemand in Werkstattatmosphäre Elektrogeräte, und ein Stück weiter sortiert ein anderer brauchbare Kabel an einem Arbeitstisch. „Es ist eine gute, eine schöne Arbeit“, sagt der Mann und strahlt Zufriedenheit aus. Ihm und vielen anderen im Caritas-Markt gibt die Beschäftigung eine stabilisierende Tagesstruktur.



Um Menschen und Dinge in Einklang zu bringen, lassen sich die festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vieles einfallen. Alles Angelieferte wird sorgfältig sortiert und auf seine Funktionsfähigkeit geprüft. Was gut ist, kommt direkt in den Markt, anderes muss einen Umweg gehen: So eignen sich manche Platten kaputter Möbel noch für den Zuschnitt und unbehandeltes Vollholz geht in die hauseigene Hackschnitzelanlage. Auch beim Upcycling sind sie mit dabei. Unter dem Label „Einzigware“ entstehen kreative Sitzgelegenheiten, Lampen und Accessoires. „Wir verlängern die Gebrauchsdauer“, freut sich Bortenhauser über den Erfolg des Marktes.



Tatsächlich ist die Entwicklung, die dieser seit seinem Standortwechsel im Jahr 2000 gemacht hat, gewaltig. Inzwischen gibt es neben dem Hauptgeschäft auch einen separaten Büchermarkt und einen Kleiderladen. 300 Tage im Jahr, jeweils von Montag bis Samstag, haben sie geöffnet und begrüßen dort über 170.000 Kunden im Jahr.






Ingolstadt: 6 neue Coronainfizierte seit Freitag

Ingolstadt: 6 neue Coronainfizierte seit Freitag



Im Ingolstädter Klinikum werden drei Patienten behandelt, die an COVID-19 erkrankt sind.

(ir) Das Gesundheitsamt der Stadt Ingolstadt meldete am heutigen Montag für die Einwohner Ingolstadts 35 Personen, die mit dem Coronavirus infiziert sind. Seit Ausbruch der Pandemie sind 714 Personen genesen und 39 Erkrankte verstorben. Seit Freitag kamen sechs neue Fälle dazu: Am Samstag drei, am Sonntag zwei und am heutigen Montag einer.



7-Tages-Inzidenz am Montag, 28. September 2020:
Montag: 1
Dienstag: 1
Mittwoch: 4
Donnerstag: 1
Freitag: 5
Samstag: 3
Sonntag: 2

Fälle in den letzten 7 Tagen: 17
auf 100.000 Einwohner: 12,37



Im Klinikum Ingolstadt werden drei Patienten behandelt, die an COVID-19 erkrankt sind. Sie müssen nicht beatmet werden. Stand Montag, 28. September 2020 um 7:30 Uhr. Hinweis: Im Klinikum Ingolstadt werden nicht nur Ingolstädter, sondern auch Patienten von außerhalb behandelt.






Herzinfarkt: Frauen haben unspezifische Symptome

Herzinfarkt: Frauen haben unspezifische Symptome



Der weibliche Herzinfarkt – eine unterschätzte Gefahr.

(ir) Wenn unser Herz in Not gerät, ist schnelle Hilfe gefragt. In Deutschland werden jährlich etwa 200.000 Frauen und rund doppelt so viele Männer wegen einer koronaren Herzerkrankung stationär behandelt. Relativ gesehen sterben jedoch mehr Frauen als Männer an dieser Erkrankung. Woran liegt das? Was den weiblichen Herzinfarkt so besonders macht, erklären Dr. Theresia Englmeier und Dr. Jacqueline Gümmer, Oberärztinnen der Medizinischen Klinik I am Klinikum Ingolstadt, zum Welt-Herz-Tag am Dienstag, 29. September 2020.



Der Herzinfarkt gilt als typische Männerkrankheit. Woher kommt das?
Dr. Gümmer: Zum einen leiden deutlich mehr Männer an einer koronaren Herzerkrankung als Frauen, zum anderen treten Risikofaktoren wie Rauchen, Adipositas, Bluthochdruck und Diabetes bei Männern häufiger auf. Außerdem sind Frauen bei ihrem ersten Herzinfarkt durchschnittlich zehn Jahre älter als Männer. Sie sind in der Regel aufgrund der weiblichen Hormone bis zu den Wechseljahren gut vor einer koronaren Herzerkrankung geschützt. Nimmt aber die Hormonproduktion in der Menopause ab, sinkt parallel dazu auch der Schutz. Ab dann haben Frauen ein genauso hohes Risiko für eine koronare Herzerkrankung wie Männer. Es ist daher umso wichtiger, durch eine gesunde Lebensweise einem Herzinfarkt vorzubeugen.



Welche Risikofaktoren für einen Herzinfarkt gelten speziell für Frauen?
Dr. Englmeier: Grundsätzlich sind viele Risikofaktoren bei Frauen und Männern gleich: Rauchen, Stress, Übergewicht, Bewegungsmangel, Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen (Cholesterin). Es gibt jedoch auch einige Unterschiede: Nehmen Frauen die Pille und rauchen zusätzlich, erhöht sich ihr Risiko für einen Herzinfarkt um das Vierfache. Ähnlich ist das Risiko bei Diabetes: Während Diabetiker ein vierfach erhöhtes Herzinfarkt-Risiko haben, steigt es bei Diabetikerinnen um das Sechsfache. Außerdem steigt der Blutdruck nach der Menopause sehr schnell an und fordert deshalb besondere Aufmerksamkeit. Durch Lebensstilveränderungen oder zusätzliche Medikamente lassen sich einige kontrollierbare Risikofaktoren beeinflussen.



Woran erkennt man einen Herzinfarkt bei Frauen?
Dr. Gümmer: Angina-pectoris-Beschwerden, wie wir sie aus den Lehrbüchern kennen, treten meist erst auf, wenn ein Herzkranzgefäß zu mehr als 70 % eingeengt ist. Während Männer typischerweise ein Druck-, Engegefühl oder Schmerzen in der Brust, verbunden mit Atemnot, spüren, haben Frauen häufig unspezifischere Symptome, wie Atemnot, Luftnot, Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Schlafstörungen, anhaltende Müdigkeit, Schmerzen im Oberbauch sowie ein Druck- und Engegefühl im Brustkorb. Insbesondere Beschwerden wie wiederkehrende Übelkeit oder auch Müdigkeit und Schwindel können Tage, Wochen oder sogar Monate vor dem eigentlichen Herzinfarkt auftreten. Das ist auch der Grund, weshalb Frauen häufiger an einem Herzinfarkt versterben als Männer: Da sie ihre Symptome zu spät auf einen möglichen Herzinfarkt zurückführen, suchen sie häufig deutlich zu spät eine Klinik auf. Mit nicht selten fatalen Folgen. Denn auch hier gilt die Regel der goldenen ersten Stunden: Ist ein Herzkranzgefäß verschlossen, sollte es so schnell wie möglich wieder geöffnet werden. Je schneller das geschieht, desto geringer ist der Verlust an lebendem Herzmuskel und desto besser ist die Lebenserwartung. Leider ist es erwiesen, dass 30 Prozent aller Herzinfarktpatienten zu spät reagieren, weswegen bei dieser Erkrankung nach wie vor eine vergleichsweise hohe Sterberate vorliegt.



Haben Sie einen Tipp, wie Frauen einen Herzinfarkt richtig deuten können?
Dr. Gümmer: Als eine Faustregel für Frauen kann man die sogenannte NAN-Regel anwenden: Sollten in einem Körperbereich zwischen Nase, Arm und Nabel unerklärliche Schmerzen auftreten, die länger als 15 Minuten dauern, kann das als Anzeichen für einen beginnenden Herzinfarkt gedeutet werden. In diesem Fall sollten Betroffene sofort reagieren und einen Arzt bzw. die Klinik aufsuchen.

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Wird ein Herzinfarkt bei Frauen anders behandelt als bei Männern?
Dr. Englmeier: Nein, bei einem Herzinfarkt muss zunächst so schnell wie möglich versucht werden, das verschlossene Herzkranzgefäß wieder zu öffnen. Das passiert mittels einer Herzkatheter-Untersuchung und einer Ballondilatation. In der Regel wird zusätzlich in das verschlossene Gefäß eine Gefäßstütze eingebaut, die das verschlossene Gefäß offenhalten soll. Ein weiterer wichtiger Baustein sind Medikamente zur Blutverdünnung, die mindestens 12 Monate strikt eingenommen werden müssen. Neben der medikamentösen Therapie, die leider nach einem Herzinfarkt unumgänglich ist, kommt es aber auch auf den Lebensstil an. Viel Bewegung, cholesterinarme Kost, Abnehmen und Rauchverzicht sind unabdingbare Voraussetzungen, damit es nicht erneut zu einem Infarkt kommt.

Das Foto zeigt Dr. Theresia Englmeier und Dr. Jacqueline Gümmer, Oberärztinnen der Medizinischen Klinik I am Ingolstädter Klinikum, die zum Welt-Herz-Tag am Dienstag, 29. September 2020 erklären, was den weiblichen Herzinfarkt so besonders macht.






13 Neuinfektionen seit Samstag

13 Neuinfektionen seit Samstag



Aktuelle Zahlen zur Entwicklung der Corona-Infektionen im Landkreis Pfaffenhofen.

(ir) Im Landkreis Pfaffenhofen haben sich seit Samstag 13 neue Coronavirus-Fälle bestätigt. Zwei weitere Fälle gelten dagegen als genesen. Die Gesamtzahl der Fälle steigt somit auf 500, davon gelten insgesamt 460 Personen als genesen. Die Gesamtzahl der Todesfälle liegt weiterhin bei 21.



Die Gesamtzahl der derzeit aktiven Infektionen steigt auf 19 Fälle an. 157 Personen gelten derzeit als Kontaktpersonen und befinden sich deshalb in häuslicher Quarantäne.



In der Pfaffenhofener Ilmtalklinik werden gemäß Morgenstatistik keine bestätigten Coronavirus-Patienten behandelt. Bei einem Patienten besteht der Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion.